Eine Session von  Stefan Hagen und Olaf Hinz.

Die Session griff das Motto "Beyond Project Management" des PM Camps auf mit der Gegenthese, dass es mehr Projektmanagement braucht,s tatt dem "beyond".

Am Anfang der Session stand eine Aufstellung ("Brauchen wir mehr Projektmanagement?"). Die Sessionteilnehmer stellten sich entsprechend ihrer Meinung zu dieser Frage im Raum auf. Die Frage führte zu einer Polarisierung an beiden Enden des Raums. Der Zwischenbereich blieb eher leer.

Eingangsthesen

Zur Einleitung stellten Stefan und Olaf einige Thesen auf. Die anschließende Diskussion erfolgte im Rahmen einer Fish Bowl.

 Olaf Hinz:

  1. Von allem was in Deutschland Projekt genannt wird, machen nur 50% Projektmanagement. Wir müssen uns künftig auch um die anderen 50% kümmern.
  2. Gleichzeitig besteht die Gefahr die ersten 50%, die bereits Projektmanagement betreiben, zu verlieren.

Stefan Hagen:

  1. Grenzen müssen klar gezogen werden, um nicht beliebig zu werden.
  2. Es gibt so etwas wie gutes und richtiges Management, aber das ist kontextabhängig.

 

Diskussionsbeiträge aus der Fish Bowl:

  • Eberhard Huber: Neben der Unterscheidung von Projekten mit Projektmanagement und ohne Projektmanagement, könnte man stattdessen auch unterscheiden zwischen erfoglreichen und nicht erfolgreichen Projekten, wobei es auf beiden Seiten (also bei Projekten mit/ohne Projektmanagement) erfolgreiche und nicht erfolgreiche Projekte gibt. Die Frage wäre, was macht erfolgreiche Projekte aus?
  • Martin Aigner (zu Olafs erster These): "Das eine tun, das andere nicht sein lassen." Eine Projektmanagement-Disziplin/Community sollte sich also sowohl um "gemanagte" als auch um "nicht gemanagte" Projekte kümmern.
  • Barbara Bucksch: "Man kann nicht, nicht Projekte managen." (frei nach Watzlawick)
  • Petra Berleb: Die Leute im weißen Fleck sehen keinen Need.
  • Olaf Hinz: Es geht nicht um eine Missionierung des weißen Flecks, sondern um die Bildung einer Profession.
  • Roger Dannenhauer: Systeme neigen dazu sich aufzublähen und zu zerlaufen.
  • Stefan Hagen spekuliert darüber, wer sich im weißen Fleck (also Projekten ohne Projektmanagement) verbirgt: Wahrscheinlich viele kleine Projekte, für die ein herkömmliches Projektmanagement mitunter viel zu viel ist. Hier braucht es womöglich ein beyond project management.
  • Cleo Becker:hält eine solche Interpretation des weißen Flecks für nicht valide. Sie verweist darauf, dass auch in anderen Professionen im Laufe der Zeit eine stärkere Differenzierung erfolgt ist, z.B. bei den Ärzten mit der Herausbildung von Fachärzten. Veränderung in der Profession "Projektmanagement" ist daher etwas ganz normales. "Eine Profession stirbt in de Moment, wo sie sich nicht weiterentwickelt."
  • Eberhard Huber kennt konkret auch 2 Beispiele für Großprojekte.ohne Projektmanagement.
  • Heiko Bartlog weist darauf hin, dass eine PM-Profession kein Selbstzweck ist.
  • Roland Dürre fragt überspitzt, ob wir heute vielleicht keine Projektmanager mehr brauchen, weil heute jeder ein Projektmanager ist. Wir brauchen dann keine expliziten Projektmanager mehr, sondern nur mehr Lehrer, die Projektmanagement vermitteln. 
  • Mike Leber merkt an, dass man das "Beyond" vielleicht weniger auf die Methodik als auf besserer Ergebnisse beziehen sollte.
  • Jörg Dirbach: "Wir machen heute viel zu viele Projekte."
  • Melania  Melitopoulos: "Ich glaube, dass wir irgendwann nur noch in Projekten arbeiten werden. (Auch wenn wir das dann vielleicht anders nennen werden.)"
  • Jörg Dirbach; Wir erhöhen die Komplexität dadurch, dass wir zuviele Projekte machen und durch übertriebene Spezialisierung.
  • Peter Addor: Die Welt wird komplexer. Projektmanagement ist Komplexitätsreduktion, aber um Komplexität richtig zu handhaben, braucht es eine Komplexitätserhöhung.

 

Zusammenfassung: Optionen für die "Profession"

Das folgende Bild entstand erst im Nachgang und fasst die verschiedenen Optionen für eine Projektmanagement-"Profession" zusammen:

1 Comment

  1. Bernhard Schloß danke für die Ergänzung des Bildes.

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