Die folgende Situation ereignet sich im Rahmen der Organisation eines historischen Stadtfests.

In der Endphase kommt es zu einem persönlichen Konflikt zwischen zwei wichtigen Protagonisten im Projekt. Der Streit eskaliert. Einer der wesentlichen Leistungsträger und Teilprojektleiter zieht sich mit sofortiger Wirkung aus dem Projekt zurück. Bei der betreffenden Person handelt sich jedoch um einen wichtigen Initiator mit hervorragenden persönlichen Kontakten und einem sehr guten Netzwerk. Ein großer Teil der Akteure konnte erst durch seine Fürsprache gewonnen werden. Gleichzeitig fällt in dessen Verantwortungsbereich eine der zentralen Schlüsselgruppen die für das Gelingen des Projekts von zentraler Bedeutung sind. Ein Projektabbruch ist nicht mehr möglich.

Wie soll der Projektkoordinator damit umgehen?

9 Comments

  1. Zwar liegen nur wenig Informationen zu dieser Situation vor, aber mit dem Ausstieg eines Keyplayers droht Ablehnung des Fests auf breiter Basis. Da dieser Keyplayer ursprünglich mitgearbeitet hat, muss es etwas geben, das ihn einst motiviert hat. Genauso muss es Gründe geben, warum diese Motivation nun nicht mehr greift. Das wäre herauszufinden. Am besten durch einen neutralen Vermittler.

    Wissen wir denn mehr über die ursprüngliche Motivation mitzumachen und die Gründe nun nicht mehr mitzumachen? Ist es wirklich nur ein Streit auf persönlicher Ebene?

  2. Man könnte einen Mediator einbeziehen und man könnte versuchen über die Teilnehmer welche durch den Protagonisten gewonnen wurden etwas mehr über die Hintergründe herausbekommen. 

  3. Der Meinung bin ich auch: Es wird einen neutralen Vermittler, einen Mediator, brauchen.

  4. Ein zerbrochener Krug wird ersetzt und nicht repariert. Natürlich ist die beschriebene Situation alles andere als lustig, dennoch geht  der Einsatz eines Mediators meiner Ansicht nach in die falsche Richtung. Einerseits kostet diese Person Geld und andererseits ist mit einem positiven Ergebnis nicht mehr zu rechnen. So hart wie es klingt, es macht keinen Sinn Zeit und Geld in eine solche Situation zu stecken. Besser sich mit der vorhandenen Situation zu arrangieren: dem Ausgetretenen für seine Arbeit danken, die Akteure sachlich zu informieren und das Projekt neu durchzudenken. „Jeder ist ersetzbar“, so der oft gehörte Spruch. Das Leben ist unberechenbar. Ich glaube nicht daran, dass mehrere Gruppen sich alleine von einer Person lenken lassen.  Mit Verlusten ist jedoch zu rechnen. Mein Vorgehen wäre deshalb einen Neustart wagen anstelle des Versuches der Schadensbegrenzung. Vor allem, wenn die Zeit noch ausreicht.


    1. Für mich hört sich die Situation aber so an, als ob die Zeit nicht mehr ausreicht. Was dann? Mitten in der heißen Phase. Alles raucht und eigentlich keine Zeit. Es muss laufen. Und jetzt soetwas?!

      1. Thomas Michl: Planung und Realität sind selten identisch. Flexibilität ist deshalb ein Muss. Sich an dem bisherigen Schema festzuhalten kann tödlich sein. Vergleiche die Siege und Niederlagen von Kriegen und ählichen Aktionen. Gewonnen hat fast immer derjenige, der bereit war ein Risiko auf sich zu nehmen und vom alten Schema abzuweichen. Weshalb sollte dies in einem Projekt nicht gelten?

  5. Ich würde versuchen herauszufinden, wer aus dem Projektteam einen guten Draht zum "Aussteiger" hat und diesen in einen Schlichtungsversuch integrieren. Vielleicht gelingt es über einen persönlichen Draht eine zumindest konstruktive Zusammenarbeit bis Projektende zu erreichen.

    1. Christian Vogel: Guter Vorschlag, solange die Person dies auf privater Basis machen kann. Der andere Weg kann vom Aussteiger als "Und schon kriechen sie" gewertet werden. Die Situation wird nicht besser, sondern kann noch verschlimmert werden. Habe schon ganze Team erlebt, die solchen Menschen hinterher gerannt sind.

  6. Wenn der Aussteiger seine besten Freunde dazu bewegt hat hier tatkräftig zu unterstützen dann hat man doch einen Guten Grund Ihn davon zu überzeugen dass die Aktion auch ein Erfolg wird.  Wenn er sich jetzt zurückzieht und das Projekt fehlschlägt wie stehen denn seine "besten Freunde" da?   Unterstützend könnte man ihn von den nicht unbedingt notwendigen Aufgaben "entbinden bzw. freistellen" somit entlasten und dazu bekommen den Rest zumindest nicht zu torpedieren. 

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