Folien: VortragPMCampRM_AM_Folien.pdf

Vortragsankündigung (siehe hier):

„Unzureichende Kommunikation im und über das Projekt ist das vermutlich meist vernachlässigte Projektrisiko. Millionenschwere Projekte wurden nachweislich durch mangelnde Kommunikation zum Scheitern gebracht. Aber es geht auch eine Stufe alltäglicher: Nicht informierte Mitarbeiter reagieren mit Frust, Widerstand oder gar Sabotage auf Neuerungen. Nicht einbezogenen Anwender verweigern offen oder – häufiger – verdeckt die Umstellung auf andere Prozesse und Systeme. Projekte finden wegen lustloser Darstellung keine Beachtung bei Mitarbeitern und Management. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn diese Erlebnisse wirken nach, verursachen sozusagen dauerhaft Kollateralschäden. Neben dem eigentlichen Projektrisiko besteht ein erhebliches Risiko von dauerhafter Demotivation, das sich in Geld gar nicht richtig darstellen lässt, weil es sich auf alle Unternehmensbereiche auswirkt. Alexander Mereien wird in seinem Impulsvortrag am Freitag nicht nur Beispiele dabei haben, die diese These untermauern, sondern auch Lösungen anbieten, wie dieses Risiko beherrschbar bleibt.“

Alexander Mereien arbeitet seit fast 20 Jahren in der Kommunikation. Er hat Soziologie mit den Schwerpunkten Kommunikation und Sozialpsychologie studiert und sich zunächst mit Werbewirkungsanalysen beschäftigt. Anschließend war er gut 10 Jahre in leitenden Funktionen in der Touristik tätig. Dort hat er sich als Einkäufer und Vertriebssteuerer in Franchiseorganisationen täglich mit der Frage auseinandergesetzt, wie man rechtlich selbständige Verkäufer dazu bringt, das zu tun, was andere von ihnen wollen. Seit 2009 ist Alexander Mereien selbständiger Kommunikationsberater. Er lebt in Frankfurt am Main.

Notizen zum Vortrag:

Das meist unterschätzte Projektrisiko ist unzureichendes Projektmarketing.

Ein Beispiel für Projektmarketing/-kommunikation ist eine Bautafel. Wenn die Bautafel aufgestellt wird, ist die Planung aber längst abgeschlossen.

Mögliche Zwecke der Projektkommunikation:

  • Information
  • Werbung
  • Partizipation

Alles zusammen bezeichnet Alexander Mereien als "Inszenierung": Wie kommuniziere mein Projekt/in meinem Projekt?

5 Fehler der Projektkommunikation:

  1. Nutzer, Anwender und Betroffene werden nicht in die Projektplanung einbezogen
    Beispiel gescheiterte SAP-Einführung bei AVON oder obige Bautafel, die erst aufgestellt wird, wenn die Planung bereits abgeschlossen ist.
  2. Nutzer, Anwender und Betroffene werden einbezogen, aber deren Ideen und Vorstellungen werden nicht berücksichtigt. 

  3. Nutzer, Anwender und Betroffene werden nicht auf dem Laufenden gehalten.

  4. Schmerzhafte Maßnahmen werden verschwiegen oder schön geredet.
    Unterlassungen können folgenreich sein. Auch "Nicht-Kommunikation". (Watzlawick: "Man kann nicht nicht-komunizieren")

  5. Kommunikation erfolgt aus Sicht des Projekts und nicht aus der Perspektive des Empfängers
    >> Interpretationsprobleme, Sprachbarrieren, Sinnverkürzungen 

"Gute" Projektkommunikation: 

  • Einbezogene Mitarbeiter fühlen sich ernst genommen
  • Realisierte Mitarbeiter-Ideen entfalten partizipatorische Kraft 
  • Gute Informationspolitik ist eine wesentliche Form der Wertschätzung
  • Mit Offenheit und Klarheit behandeln wir Kollegen wie mündige Menschen 
  • Kommunikation aus Sicht der Anwender, Nutzer und Betroffenen respektiert deren Wahrnehmung der Dinge

 

  • No labels

4 Comments

  1. Vielen Dank an Bernhard Schloß für das Einfügen der Notizen!

     

  2. Immer dieser Stuttgart 21 Populismus. Ich werde beim Camp nicht dabei sein. Aber mich würde Interessieren ob auch darüber gesprochen wird, wie intensiv die Situation in Stuttgart bis heute stabilisiert wurde?

     

     

    1. Hallo Michael

      Stuttgart21 war hier nur ein Randthema und dabei wurden auch  eher "untypische" Aspekte ganz unabhängig vom konkreten Projekt in Stuttgart angesprochen:

      • Die Eskalation der Kommunikation der Beteiligten bis hin zur (Androhung von) physischer Gewalt 
      • Irreführende Kommunikation schon beim Wording (ganz unabhängig davon wie man das Projekt selbst beurteilt): S21 ist ein Infrastrukturprojekt für ein ganzes Bundesland und die Reduktion auf den Begriff "Bahnhof" ist mehr als irreführend.

      Gruß

      Bernhard

       

    2. S21 war zumindest beim PM Camp Rhein-Main tatsächlich nur ein Nebenthema. Allerdings ist das Projekt ein Paradebeispiel für den Unterschied zwischen Fakten und Wahrnehmung, bedingt durch schlechtes Projektmarketing.

      Es ist schade, daß S21 immer nur als "Milliardengrab" und "teurer Bahnhof" gesehen wird, wo man doch bequem z.B. mit der überfälligen Verbesserung der Infrastruktur und dem Lebenszeitgewinn der Pendler hätte argumentieren können.

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