Aufhänger für den Titel der Session war eine Postkarte auf der die Beine und Schuhe unterschiedlicher Menschen zu sehen sind. Business-Schuhe eines Herrn im Anzug, Schuhe mit hohen Absätzen einer Dame in feiner Kleidung und die Schlappen eines Herrn in Jeans. Die Beine und Schuhe auf dem Bild stehen scheinbar unmotiviert zusammen. Das ist ein durchaus gängiges Problem mit dem man in Projekten konfrontiert sein kann eine Gruppe unterschiedlicher Menschen zu einem funktionierenden Team werden zu lassen.

Zur Klärung der Begrifflichkeit eines Teams wurden verschiedene Formen von Arbeitsgruppen gegeneinander abgegrenzt:

  • Arbeitsgruppe mit Kolonnen-Charakter
  • Gruppe im Sinne einer Crew z.B. Besatzung einer Regatta-Jacht
  • Team mit teilvariabler Rollenzuteilung

Eine ausführlichere Abgrenzung der Gruppenformen findet sich hier. Es folgte ein kurzer Überblick über die gruppendynamischen Phasen, die jede Gruppe durchläuft. Diese Gruppendynamik ist besonders bei Gruppen des dritten Typs von Bedeutung

Eine ausführlichere Darstellung der Teamphasen findet sich hier.

Im zweiten Teil der Session wurde eine Übung durchgeführt. Es war Aufgabe eine auf einem Holzständer stehende Kugel mit einem Ring an dem Schnüre befestigt waren anzuheben, zu drehen und wieder abzusetzen. Die Schnüre wurden jeweils von Menschen mit verbundenen Augen gehalten. Diese wurden von einem Partner dirigiert. Die sehenden Partner stimmten sich ab um den Zug an den Schnüren zu koordinieren zu können (Bilder von Katrin Elster)

Im dritten Teil wurden die Rückmeldungen der Schnurhalter, der Instruktoren und die der Beobachter ausgetauscht, einige der Aussagen sind nachfolgend wiedergegeben:

Nicht Sehende

  • es war nicht immer klar für wen ein Kommando bestimmt ist
  • Kommandos waren nur für Sehende verständlich
  • explizite Benennung wann ein Kommando für den Partner galt war sehr hilfreich

Sehende / Beobachter

  • Einigung, dass eine Koordination benötigt wird war sehr schnell erzielt
  • Die erste starke Führung war erfolgreich und wurde daher akzeptiert
  • In der kritischen Phase wurde versucht mit technischen Hilfsmitteln zu operieren (Koordinatensystem)
  • Das Koordinatensystem wurde nicht von Allen verstanden
  • In der kritischen Phase kam es zu Auseinandersetzungen bzgl. der Führung
  • Es kam zu einem Führungswechsel
  • Führung wechselte in der Schlussphase kooperativ

Zudem wurden die beobachteten und erlebten Momente in den Kontext der Gruppendynamik eingeordnet. Hier ist festzuhalten, dass innerhalb der Übung alle wesentlichen Elemente auftraten, die Übung quasi ein Mikromodell für die Gruppendynamik in einem Projekt darstellte. Abschließend wurde eine kurze Liste mit Kontrollfragen vorgestellt, anhand deren sich erkennen lässt ob die Gruppe die Performance-Phase bereits erreicht hat. Wenn alle der Fragen ehrlicherweise mit "Ja" beantwortet werden können ist für das Team schon viel erreicht.

  • Kennen alle den Auftraggeber?
  • Ist eindeutig, wer das Team leitet?
  • Ist eindeutig, wer zum Team gehört?
  • Kennt jeder seine Aufgabe?
  • Sind alle Fähigkeiten bekannt?
  • Wissen wir, welche Unterstützung benötigt wird?
  • Wissen wir, wer wen unterstützt?
  • Ist klar, wer welche Entscheidungen trifft?

Ausführlichere Informationen zur Teamdiagnostik finden sich hier.

 

 

 

 

 

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